Datenraum (Due Diligence)

Digitale Ablage aller kaufrelevanten Unterlagen — Verträge, Zahlen, Personal, IT — die der Verwalter oder Berater den Bietern zur Prüfung freigibt.

Der Datenraum ist die zentrale Informationsquelle im Bieterprozess: eine passwortgeschützte Online-Plattform (bei größeren Verfahren oft ein dedizierter Anbieter wie Datasite oder Intralinks, bei kleineren Deals häufig ein einfacher geteilter Ordner), in der der Verwalter oder sein Berater Verträge, BWA-Zahlen, Personallisten, Miet- und Lieferantenverträge sowie ggf. rechtliche Unterlagen für registrierte, meist per NDA verpflichtete Interessenten bereitstellt.

In der Insolvenz ist der Datenraum typischerweise deutlich schmaler und unvollständiger als bei einem gesunden Unternehmensverkauf — historische Zahlen sind oft lückenhaft, Verträge nicht vollständig archiviert, und der Verwalter selbst kennt den Betrieb erst seit Kurzem. Käufer sollten fehlende Unterlagen aktiv nachfragen, statt Lücken als Fehlen relevanter Themen misszuverstehen.

Praktisch entscheidend ist die Reihenfolge: seriöse Interessenten erhalten meist zunächst einen schmalen „Teaser”-Datenraum (Kurzprofil, grobe Zahlen) und nach Unterzeichnung einer Vertraulichkeitsvereinbarung (NDA) vollen Zugang. Wer schnell ein belastbares indikatives Angebot liefert, bekommt in der Regel bevorzugten und tieferen Zugang — Geschwindigkeit ist im Insolvenz-Bieterverfahren ein eigenständiger Wettbewerbsfaktor.

Verwandte Begriffe

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