Distressed M&A

Unternehmenskäufe im Krisen- oder Insolvenzumfeld. Charakterisiert durch komprimierte Zeitachsen, hohe Informations-Asymmetrie und alternative Preisfindung.

Distressed M&A bezeichnet Transaktionen mit Zielunternehmen in wirtschaftlicher Krise — von leichter Notlage bis zum eröffneten Insolvenzverfahren. Im DACH-Raum sind Distressed-Deals meist Asset-Deals aus laufender Insolvenz, seltener Share-Deals im Rahmen eines Insolvenzplans.

Kennzeichnend sind vier Merkmale: (1) Zeitdruck — Deals müssen typischerweise in 8–20 Wochen abgeschlossen sein, statt in 6–12 Monaten; (2) reduzierte Due Diligence — der Datenraum ist unvollständig, die Verlässlichkeit der Zahlen geringer; (3) alternative Preisfindung — Multiples aus normalen M&A gelten nicht, der Fokus liegt auf Verwertungswerten; (4) andere Verhandlungspartner — Insolvenzverwalter oder Sachwalter statt Gesellschafter.

Käufer im Distressed-Segment kommen typisch aus vier Gruppen: strategische Konsolidierer, spezialisierte Private-Equity-Fonds, Family Offices mit operativer Kompetenz, und Search-Fund- oder ETA-Investoren, die ihre Zielunternehmen aus Insolvenz gewinnen.

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