Due Diligence (Red-Flag-Prüfung)

Sorgfältige Prüfung des Zielunternehmens vor der Kaufentscheidung. In der Insolvenz meist als komprimierte Red-Flag-Due-Diligence binnen weniger Wochen statt der monatelangen Vollprüfung im klassischen M&A.

Due Diligence bezeichnet die systematische Prüfung eines Zielunternehmens vor dem Erwerb — rechtlich, finanziell, steuerlich, operativ und ggf. umweltbezogen. Im regulären M&A dauert eine Vollprüfung typischerweise sechs bis zwölf Wochen und stützt sich auf einen umfangreich befüllten Datenraum mit belastbaren historischen Zahlen.

In der Insolvenz ist dafür meist keine Zeit: der Verwalter braucht innerhalb weniger Wochen einen Käufer, der Datenraum ist unvollständig, und Zahlen aus der Krisenzeit sind oft wenig aussagekräftig. Praxis ist daher die Red-Flag-Due-Diligence — statt jedes Detail zu prüfen, werden gezielt die Punkte untersucht, die einen Deal killen oder den Preis massiv verschieben können: Eigentum an Kernvermögen, laufende Verträge nach § 103 InsO, Dauerschuldverhältnisse nach § 108 InsO, Arbeitnehmerübergang nach § 613a BGB, IP-/Lizenzrechte, Altlasten bei Betriebsimmobilien.

Für Käufer wichtig: der Verwalter verkauft praktisch immer ohne Gewährleistung (Ausschluss nach § 444 BGB gilt bei arglistigem Verschweigen nicht, ist aber sonst Marktstandard). Das verlagert das Prüfungsrisiko vollständig auf den Käufer — wer die Red-Flag-Punkte nicht selbst findet, trägt sie nach Closing allein.

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